UPenn-Experiment: Social Media auf 30 Minuten täglich zu begrenzen verringert Einsamkeit und depressive Symptome spürbar
In einem kontrollierten Experiment der University of Pennsylvania zeigte sich: Studierende, die ihre Social-Media-Nutzung auf 10 Minuten pro Plattform (insgesamt 30 Minuten am Tag) drosselten, wiesen nach drei Wochen signifikant weniger Einsamkeit und Depressionen auf. Die Lösung liegt nicht im Totalverzicht, sondern im klaren Rahmen.
Man muss Social-Media-Apps nicht zwingend für immer von seinem Smartphone verbannen. Beschränkt man die Nutzung über drei Wochen hinweg auf 10 Minuten pro Plattform am Tag, gehen Einsamkeit und depressive Verstimmungen bereits messbar zurück.
Ein Großteil der Studien zu sozialen Medien und psychischer Gesundheit ist rein korrelativer Natur: Sie zeigen zwar, dass zwei Phänomene gemeinsam auftreten, können aber Ursache und Wirkung nicht sauber trennen. Die Untersuchung der University of Pennsylvania (UPenn) ragt heraus, weil sie Probanden randomisiert zuordnete und so den Kausalzusammenhang experimentell überprüfte.
Die klinische Psychologin Dr. Melissa G. Hunt und ihr Team veröffentlichten die Ergebnisse 2018 im Journal of Social and Clinical Psychology unter dem Titel „No More FOMO“. An der Untersuchung nahmen 143 College-Studierende teil. Zunächst wurde eine Woche lang das normale Nutzungsverhalten protokolliert. Anschließend erfolgte die Aufteilung in zwei Gruppen: 1. Die Kontrollgruppe nutzte Social Media unverändert weiter; 2. Die Interventionsgruppe beschränkte Facebook, Instagram und Snapchat auf jeweils 10 Minuten pro Tag – also insgesamt maximal 30 Minuten. Die Einhaltung der Vorgaben wurde anhand von Screenshots der geräteeigenen Akkustatistiken lückenlos überwacht. Der Testzeitraum betrug 21 Tage.
In der Gruppe mit zeitlicher Begrenzung nahmen Einsamkeit und depressive Symptome im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant ab. Dieser Effekt war bei Personen, die mit höherer depressiver Grundbelastung in die Studie gestartet waren, besonders ausgeprägt. Interessanterweise sanken in beiden Gruppen die Werte für Angst und FOMO (die Furcht, etwas zu verpassen) – die Forscher führten dies darauf zurück, dass schon die bewusste Dokumentation der Bildschirmzeit heilsame Achtsamkeit weckt. Hunts Schlussfolgerung ist frappierend einleuchtend: Wer weniger Zeit damit zubringt, die auf Hochglanz polierten Leben anderer zu bestaunen, verfällt seltener in die Falle, das eigene Dasein abzuwerten.
Die Stichprobe umfasste Studierende einer einzelnen Universität mit iPhones, und erfasst wurden Selbstbeurteilungen depressiver Symptome, keine klinischen Diagnosen. Dennoch machen die Ergebnisse Mut und beweisen die Wirksamkeit dosierter Begrenzung.
Jemand, der zuvor drei Stunden täglich damit verbrachte, Urlaubsbilder entfernter Bekannter anzuschauen, kürzt diese Zeit auf dreißig Minuten. In den gewonnenen zweieinhalb Stunden geht er an die frische Luft oder trifft sich mit Freunden. Schon bald vergleicht er sein Leben deutlich seltener mit den virtuellen Schaufenstern anderer.
Erfassen Sie zunächst eine Woche lang Ihre tatsächliche Nutzungszeit und vergleichen Sie den Wert mit Ihrer Selbsteinschätzung. Setzen Sie sich für Ihre drei zeitintensivsten Apps ein striktes Limit. Nutzen Sie Social Media gezielt zu festen Tageszeiten, anstatt jeden Leerlauf damit zu füllen.
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